Donnerstag, 7. Mai 2015

C´est belle la vie!

Ich möchte meinen Blog heute mit einem kleinen französischen Gedicht von Saint-Pol-Roux (1861-1940) beginnen.
Camaret
Par ce matin d´été, c´etait la beauté.
Toute la jeunesse du monde sous la téerie claire des voiles.
Je sentis que mon destin m´y conduisait.
Que je n´avais plus le droit de partir...
Et j´y suis demeuré au milieu des pecheurs.
... Je remercie Camaret d´une hospitalité de trente ans qui ne 
finira jamais puisque c´est dans son sol que je dormirai...
J´ai fait inscrire sur un entablement de mon manoir 
ces mots orgueilleux peut-etre:
Ici j´ai découvert la vérité du monde.
Tout le secret de ma solitude, de ma méditation,
conséquemment de mon prudent silence, git lá.

Wir waren mal wieder für knapp zwei Wochen in der Bretagne.
Es ist unser viertes Jahr in der Bretagne gewesen und so stellten wir uns auf der Anreise die Frage, ob uns nicht langsam langweilig werden müsste oder ob wir vielleicht langweilig sind, immer wieder an denselben Ort zu fahren.

Es liegt eventuell nicht Jedem.
Aber wer so herrlich romantisch ist wie wir, der wird sich wahrscheinlich auch gern immer wieder dort wieder finden. Und Surfer sind doch eigentlich immer irgendwie romantisch, oder?!
Die einzigartige Landschaft, die beeindruckenden Felsen, die schöne Vegetation und der Atlantik - uns hat die Bretagne gefesselt. Insbesondere die Halbinsel Crozon.

Es ist ein bisschen wie Saint-Pol-Roux es schreibt:
Es geht um die Schönheit, die unser Schicksal dort fesselt. Die Gastfreundschaft vieler Bretonen (und Surfer). Hier entdeckten auch wir die Wahrheit der Welt, das Geheimnis unserer Einsamkeit und Meditation. Es ist unsere Erkenntnis im Stillen das Dasein zu genießen.

Ganz egal ob wir lange Spaziergänge mit den Hunden am Strand machten,
ob wir uns die Wellen stürzten
und so unzählige Fotos gemacht haben (obwohl wir jedes Jahr hier sind).
Man kann es nur genießen an so einem Ort!
Und so ist das Leben schön!!!!
C´est belle la vie!

Ja, und da unsere Wellenausbeute nicht so krass ausfiel wie beispielsweise im letzten Herbst, hatten wir auch etwas Zeit, (selbst nach vier Jahren) Neues auf der Halbinsel zu erkunden.
Wir entdeckten neue Spots und Buchten, genossen mehrfach die gute französische Küche und besuchten bisher Orte, durch die wir bisweilen nur durch gedüst waren. Wir waren zum ersten Mal in einer Bisquiterie (und ich hätte den halben Laden auskaufen können). Wir aßen unseren ersten original bretonischen "Kouign amann". Das Leben ist schön!!!!!

Dazu war das unser erster Frühling in der Bretagne. Sonst kommen wir immer im Herbst, der für seinen Swell bekannt ist. Einfach herrlich mal zu erleben, wie alles dort erwacht und spriesst :)

Wer übrigens auch eine Reise in die Bretagne plant, sollte berücksichtigen, dass man auch seinen Müll entsorgen muss. Bis letztes Jahr konnte man ganz einfach seine Abfälle in öffentlich herum stehenden Mülltonnen entsorgen. Jetzt gibt es neue versiegelte Mülltonnen, wo man erst eine Karte erwerben muss, um sie öffnen und seinen Abfall los werden zu können. Wir finden das absolut ok - uns hatte eh gewundert, wie die Bretonen den ganzen Müll der vielen Bustouristen mit finanzieren. Ansonsten gibt es überall Glascontainer, hin wieder auch Papp- und Plastikcontainer. Am besten gleich so einkaufen, dass man kaum Müll produziert oder auf einem Campingplatz / Wohnmobilstellplatz übernachten.

Hier ein paar Bilder (© Nadine Lenschau, © Andre Strotmann):


Naturschönheit!!!
Käthe gibt Gas!
Andre Backside.
Manoir de Saint-Pol-Roux.

Camaret sur mer.
Camaret / Denkmal am Bootsfriedhof.
In der "Notre-Dame de Rocamadour".
Bretagne - Halbinsel Crozon.
Stehsegeln in Goulien.
Local.
Andre am Anse de Pen-hat.
Cut Back!
L´Aber.
Nadine in Kerloc´h.
SUP in den diesen Wellen ein Traum!
Bretonischer Frühling: die wilde Minze duftet und die Beeren wachsen.
Tradition: Kouign amann.
Kerloc´h.
Und die Lippe fällt - Wasserspiele.
Crozon.
La Palue.
Die Surfing Sardine - eine Surfschule mit vielen glücklichen Schulkindern :)
Typisch Bretagne - die kleinen Mühlen.
Goulien vor super Kulisse.
Auch kleine Wellen machen Spaß!
Dickes Set ;)
Irgendwann ist der Spaß leider vorbei.
Aber das glückliche Gesicht bleibt... C´est belle la vie!







Dienstag, 13. Januar 2015

Happy New Year

Kommen wir vom Wichtigen zum Unwichtigen.... Zunächst wünsche ich Euch allen - wenn auch verspätet - ein frohes neues Jahr mit der nötigen Portion Glück & Gesundheit, die Ihr braucht, um Eure Ziele und Träume zu verfolgen. Es kann eigentlich nur ein schönes und besonderes 2015 werden wenn Ihr der Stimme Eures Herzens folgt!

Der Jahreswechsel ist mittlerweile für viele Blogger so eine Art Bilanz und Abrechnung mit dem vergangenen Jahr geworden und wird doch von vielen voll gepackt mit Vorsätzen fürs neue Jahr. Ich möchte mich von beidem distanzieren. Man neigt doch dazu zu viele Dinge gegeneinander aufzuwiegen und wirft so bloß das eigene Gleichgewicht aus den Bahnen.

Ich habe lange überlegt, überhaupt etwas zu schreiben, weil ich nicht in dieses "So war mein Jahr 2014" abdriften will. Im Gegensatz zu vielen von Euch hatte ich keine großen Ziele. Ich bin eigentlich alles Schritt für Schritt für gegangen - zum Teil ja auch nicht nur im übertragenen Sinne. Konnte ich am Anfang des letzten Jahres nicht gehen, schon gar nicht ohne Unterarmstützen, war es doch ein tolles Jahr, am Ende sogar wieder in der Briefzustellung bei der Deutschen Post arbeiten zu können und nun wieder Geld zu verdienen, um mir kleine Träume erfüllen zu können.

Es ist eben nicht nur im neuen Jahr so, sondern so ist das ganze Leben: Man muss jeden Tag frei und neu beginnen können ohne Erwartungen.

Trotzdem bin auch ich nur ein Mensch, der an seiner Erfahrung lernt und an Herausforderungen wächst. Surfen und Windsurfen sind immer noch irgendwie Rehasport für mich. Mein erster Windsurftag 2015 war in Hanstholm mit tief stehender strahlender Sonne, die über den Dünen aufs Meer schien - was für ein schöner Tag!!! Ich war so motiviert wie sich ein kleines Kind auf den Weihnachtsmann freut und dann holt es einen schnell in die Realität zurück, wenn man quasi gegen eine Wand surft - eine kleine Wasserwand  mit höchstens 1,50 Meter Höhe, die Dich ein paar Mal umwirft. Beim vierten Mal schaut man eigentlich keiner "Wasserwand" mehr ins Gesicht, sondern seiner eigenen Frustration. Und in einem solchen Moment muss man sich eben an die vielen kleinen Momente erinnern, in denen an Windsurfen in Hanstholm gar nicht zu denken war. Und dann fallen mir viele kleine nette Worte von meinen Freunden ein, die mich daran erinnern, was vor einem Jahr war. Oder ich sehe meinem Freund ins Gesicht, der trotzdem irgendwie stolz ist, dass ich es versuche und der fest daran glaubt, dass ich bald meine alte Form wieder habe.

Am Ende bin ich dann doch noch gut raus gekommen. Zwar mit einem Adrenalinspiegel, den ein Dany Bruch sicher nur hat, wenn er sich im Storm Chase 15 Meter hoch raus katapultiert, aber das ist auch irgendwie lustig. 2014 hatte ich 4 Windsurftage - also was soll´s?! Ich brauche wieder mehr Routine. Also geht´s so oft es geht aufs Wasser :))) Session für Session!

Was zählt ist doch immer der Moment. Ich habe den Jahreswechsel in Cold Hawaii verlebt und habe ganz viele tolle Momente im Kopf. Es war eine stürmische Urlaubswoche mit Wellen, Wind und viel Wassersport inklusive SUP und Wellenreiter. Dazu ausgelassene Stimmung (dank Radio Limfjord auch mit Tanz) und gutes Essen mit ein paar Freunden. Wahnsinns Licht im Norden Dänemarks, Regenbögen, ein grandioser Mondaufgang und die wilde Nordsee - was hätte es besseres geben können?!

Jahreswechsel @ Cold Hawaii
Vorupør
Hanstholm
Philip
Dominik
Der Weihnachtsmann brachte mir ein neues Objektiv :) © Dominik Roeckl
Andre
Nadine 
Regenbögen wie im warmen Hawaii
Andre
Nadine
Steffi