Montag, 11. November 2013

Was für ein Tag im November

Neue Welten zu entdecken wird dir nicht nur Glück und Erkenntnis,
sondern auch Angst und Kummer bringen.
Wie willst du das Glück wertschätzen,
wenn du nicht weißt, was Kummer ist?
Wie willst du Erkenntnis gewinnen, wenn du dich deinen Ängsten nicht stellst?
Letztlich liegt die große Herausforderung des Lebens darin,
die Grenzen in dir selbst zu überwinden
und so weit gehen,
wie du dir niemals hättest träumen lassen.

(Sergio Bombaren - Der träumende Delphin)

Keine Zeit zum Jammern!
Ich habe mich in den letzten Wochen gefühlt wie im Exil.
Der Geist ist willig und fit. Doch der Körper an ein Bett, Gehilfen und einen Rollstuhl gefesselt.
Und ich stehe das erste Mal im Leben vor mir selbst.
Kann nicht einfach weg laufen, weil mir danach ist.
Kann nicht einfach dir Tür hinter meiner Wohnung schließen und ein paar Stunden meinen Bewegungsdrang befriedigen.
Langweilig ist mir allerdings auch nicht.
Ich kämpfe mit Schmerzen oder gegen das Erschlaffen meiner Muskeln und Bänder.
Ich pflege einen Oberschenkel, der sich noch anfühlt wie ein Fremdkörper.
Aber so langsam erfüllt er mich wieder mit Gefühl.
Manchmal ein Kribbeln.
Manchmal ist er locker.
Geduld!
Was nie meine Stärke war, stellt mich nun auf die Probe.
Durchatmen.
Los lassen.
Warten!

Das Schöne sind die vielen lieben Menschen um mich herum.
Meine Eltern, die für mich putzen, einkaufen oder mich zu meinen Arztterminen bringen.
Mein Freund, der Dinge aushält, die eigentlich unvorstellbar und unerträglich sind.
Und so viele gute Freunde, die mir täglich Mut machen auch ohne große Worte.
Die anrufen, mailen oder simsen.
Fragen, wie es mir geht oder mir gar Dinge abnehmen wollen.
Es ist alles so wunderbare Unterstützung.
Danke!!!

Und ich möchte Euch sagen:
Es ist gar nicht so schlimm.
Ich muss nur Geduld haben.
Gerade jetzt, da habe ich Aufschwung.
Der letzte Röntgenbefund war absolut ok.
Alles heilt nach Plan.
Ich darf jetzt das Bein mehr bewegen.
Und sogar ein bisschen mehr belasten.
Aber noch immer brauche ich Geduld.
Ich darf es nicht übertreiben.
Die ersten 6 Wochen nach OP liegen hinter mir.
Es warten noch weitere 6 Wochen Ruhe vor mir.
Dann erfolgt das nächste Röntgenbild.

Ich bin zuversichtlich.
Gestern war Andre mit mir an der Ostsee.
An unserem Homespot, wenn´s schnell aufs Wasser gehen soll.
In Heidkate.
Es war ein sonniger Sonntag im November.
Zwei Tage nachdem ich mit meinem besten Freunden meinen Geburtstag nachgefeiert habe.
Und ich mich über all die lachenden Gesichter und lauten Gespräche in meiner sonst so tristen Wohnung gefreut habe.
Und ich habe zum ersten Mal nach 7 Wochen unsere Ostsee wieder gesehen.
Habe einen leichten Wind im Gesicht gespürt und die kleine salzige Gischt eingeatmet.
Während die Sonne meine Haut küsste.
Es war frisch, aber einfach nur wunderschön.
Einen Augenblick wurde ich etwas sentimental als ich die Micro-Wellen beobachtete.
Wann werde ich da wohl wieder mit ihnen spielen können?!
Geduld, Nadine!!!
Bald ist es soweit...













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